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Ein stabiler Wasserdruck ist das Fundament eines funktionierenden Heizkreislaufs. Normalerweise sollte sich der Druck im kalten Zustand zwischen 1,2 und 1,5 bar bewegen. Beobachten Sie jedoch, dass der Druckanzeiger beim Hochheizen der Vaillant Therme rasant nach oben klettert – teilweise bis nahe an die 3,0-bar-grenze – und nach dem Abkühlen wieder komplett in den Keller sinkt, liegt ein klassisches physikalisches Problem vor, das dringend behoben werden muss.

Das physikalische Prinzip und die Aufgabe des Ausdehnungsgefäßes

Wasser dehnt sich aus, wenn es erwärmt wird. Da ein Heizungssystem ein geschlossenes Rohrsystem darstellt, würde dieser zusätzliche Platzbedarf ohne Gegenmaßnahme die Rohre oder das Gerät beschädigen. Genau hier kommt das Membran-Ausdehnungsgefäß ins Spiel. Es handelt sich um einen Metallbehälter, der im Inneren durch eine flexible Gummimembran in zwei Kammern unterteilt ist. Eine Seite ist mit dem Heizungswasser verbunden, die andere Seite enthält ein komprimiertes Gas unter einem definierten Vordruck. Wenn das Wasser heiß wird und sich ausdehnt, drückt es gegen die Membran und komprimiert das Gaspolster. Das Gas fängt die Volumenzunahme wie ein Stoßdämpfer auf, und der Druck im System bleibt nahezu konstant.

Warum der Druck plötzlich unkontrolliert ansteigt

Wenn der Druck nun steil nach oben schießt, ist dieser Stoßdämpfer defekt. Dafür gibt es zwei typische Gründe: Entweder ist der Stickstoffvordruck über die Jahre schleichend durch das Ventil entwichen oder die Gummimembran im Inneren ist spröde geworden und gerissen. In beiden Fällen füllt sich das gesamte Gefäß komplett mit Wasser. Da Wasser sich im Gegensatz zu Gas nicht komprimieren lässt, hat das expandierende Heizungswasser keinen Ausweichraum mehr. Der Druck schießt sofort nach oben. Sobald der kritische Wert von 3,0 bar erreicht wird, öffnet sich aus Sicherheitsgründen das mechanische Sicherheitsventil der Vaillant Therme und bläst das überschüssige Wasser ab. Kühlt die Anlage ab, fehlt dieses Wasser, und der Druck bricht komplett zusammen.

Die professionelle Behebung des Fehlers

Ein einfaches Nachfüllen von Wasser verschlimmert das Problem in diesem Zustand nur, da noch weniger Kompressionsraum bleibt. Ein Techniker muss das Gefäß vom System trennen, den verbliebenen Druck messen und das Gefäß entweder mit Spezialstickstoff neu befüllen oder bei einer gerissenen Membran das komplette Bauteil auswechseln. Zudem muss das Sicherheitsventil überprüft werden, da es nach dem Auslösen durch Schmutzpartikel oft permanent tropft.

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